Auch dieser Text entstand im Anschluss an meine Peru-Reise 2009.

Peru - Zerstörung des Regenwaldes

Hoatzine im Tambopata Nationalpark

Das Tambopata Naturreservat bei Puerto Maldonado im peruanischen Amazonasgebiet gehört zu den letzten unberührten Urwaldgebieten der Welt. Hier wurde die größte Artenvielfalt an Vögeln (ca. 750) und Schmetterlingen (über 1100) festgestellt sowie über 300 Baumarten. Zahlreiche Dschungel-Lodges bieten Öko-Touristen die Gelegenheit, den Regenwald (möglichst umweltschonend) zu erkunden. Doch das Tropenparadies ist in Gefahr.

Vom Flugzeug aus deutlich zu sehen: die Rodungen im Regenwald

Schon bei der Landung auf dem Flughafen von Puerto Maldonado sieht man deutlich, wie viel Baumbestand im Verlauf der letzten Jahre rings um die Stadt abgeholzt wurde. Puerto Maldonado erlebt zur Zeit eine Boomphase, entsprechend viele Menschen siedeln sich an.

Goldwäscher auf dem Rio Tambopata

Noch weitaus problematischer sind jedoch die inzwischen überall anzutreffenden Goldwäscher. Sie befahren mit großen selbstgebauten Booten die Flüsse im Amazonasgebiet auf der (sich leider finanziell lohnenden) Suche nach Gold. Höchst problematisch erweist sich hierbei: die Goldsucher setzen Quecksilber zur Goldstaub-Bindung ein, für die Gewinnung von einem Kilogramm Gold etwa 1,3 bis 3 Kilogramm. Dieses lagert sich zunehmend in der Nahrungskette ab. Bei Einheimischen wurden bereits Vergiftungssymptome nachgewiesen.

Ara im Tambopata Nationalpark

Doch es gibt eine weitere, nicht weniger problematische Bedrohung für das Ökosystem: die „Carretera Interoceanico“. Dieses gewaltige Straßenbauprojekt, das bereits begonnen hat, wird nach Fertigstellung den Pazifik mit dem Atlantik verbinden und quer durch Brasilien und Peru führen. Die brasilianische Wirtschaft erhofft sich durch dieses Mammut-Projekt eine drastische Steigerung ihrer Exporte.

Baumriese (Ficus) im Tambopata Nationalpark

Claudia, deutschsprachige Reiseleiterin im Tambopata Research Center, drückt das Problem so aus: „Über die Straße werden sich viele Menschen aus den Anden im Amazonasgebiet ansiedeln. Sie kennen sich nicht mit den völlig anderen Umweltbedingungen aus, und werden sehr viel zerstören."

Frosch im Tambopata Nationalpark

Bereits ansässige Bauern wissen um die Kargheit des Bodens im Regenwald. Sie nutzen die Fruchtfolge, um möglichst wenig neuen Regenwald zerstören zu müssen. Befürchtet wird, das neue Siedler einfach weiterziehen, wenn der Boden keinen Ertrag mehr bringt, und so massenhaft Wald abholzen werden.

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© Siegfried Kuttig